Lichtplanung für Wohnung und Haus: Welches Licht gehört in welchen Raum?

Die Beleuchtung wird bei der Renovierung einer Wohnung oder beim Hausbau besonders oft ganz ans Ende geschoben, dabei bestimmt sie jeden Tag, wie wir uns in einem Raum fühlen. Eine einzige Deckenleuchte reicht selten aus. Gutes Licht wird gemeinsam mit dem Grundriss und den Möbeln geplant, bevor die Wände geschlossen und gestrichen werden, und nicht erst nach dem Einzug. Hier fassen wir zusammen, was wir bei Wohnungen und Häusern in Sarajevo und im übrigen Bosnien und Herzegowina am häufigsten empfehlen.

Warum reicht eine einzige Lichtquelle nie aus?

Licht hat in einem Raum mehrere Aufgaben. Das Grundlicht sorgt für Orientierung, das Arbeitslicht hilft beim Kochen, Lesen oder am Schreibtisch, und das Akzentlicht setzt eine Wand, ein Bild, ein Regal oder ein Material in Szene. Muss eine zentrale Lampe alles allein leisten, wirkt der Raum flach, und Gesichter und Oberflächen darunter sehen oft müde aus. Deshalb planen wir in der Regel zwei bis drei Lichtebenen, die sich getrennt schalten lassen.

Welches Licht gehört in welchen Raum?

Im Wohnzimmer funktioniert ein weiches Grundlicht am besten in Kombination mit ein oder zwei Steh- oder Tischleuchten im Sitzbereich und, wenn Sie möchten, einem Akzent auf einem Regal oder einer Wand. Ein Dimmer ist hier besonders nützlich, denn derselbe Raum wird abends ganz anders genutzt als mittags.

In der Küche ist Arbeitslicht unter den Oberschränken unverzichtbar. Liegt die Arbeitsplatte im Schatten der eigenen Schränke, hilft eine zentrale Deckenleuchte nicht weiter. Planen Sie die Anschlüsse für dieses Licht schon ein, wenn die Elektroinstallation festgelegt wird.

Im Bad brauchen Sie zwei Quellen: Licht rund um den Spiegel, das das Gesicht gleichmäßig und ohne harte Schatten ausleuchtet, und ein allgemeines Licht. Achten Sie darauf, dass die gewählten Leuchten für Feuchträume zugelassen sind. Das ist eine Frage der Sicherheit, nicht der Optik.

Im Schlafzimmer gilt: weniger ist mehr. Warmes, gedämpftes Licht, Schalter auf beiden Seiten des Bettes und Leselampen, die den Partner nicht stören.

Flure und Treppen brauchen ausreichend Licht für die Sicherheit. Es lohnt sich aber auch, über niedrig angebrachtes oder wandfüllendes Licht nachzudenken, das nachts angenehm wirkt.

Welche Lichtfarbe ist die richtige?

Die Lichtfarbe wird in Kelvin gemessen. Wärmeres Licht (etwa 2700 bis 3000 K) schafft eine gemütliche, wohnliche Atmosphäre und passt zu Wohn- und Schlafzimmern. Neutraleres Licht (etwa 3500 bis 4000 K) ist oft eine gute Wahl für Küche, Homeoffice-Ecke und Bad. Kaltes, bläuliches Licht wirkt zu Hause meist unangenehm. Wichtig ist, in einem Raum keine verschiedenen Lichtfarben zu mischen, denn der Unterschied fällt sofort auf. Achten Sie außerdem auf die Lichtqualität (den Farbwiedergabeindex), damit Möbel, Holz und Textilien nicht blass aussehen.

Die häufigsten Fehler bei der Lichtplanung

Wann sollten Sie beginnen, und was sollten Sie vorbereiten?

Idealerweise entsteht der Lichtplan gemeinsam mit der Raumplanung, spätestens aber vor Beginn der Elektroarbeiten. Dann ist es einfach und günstiger, einen Anschlusspunkt zu verlegen, als später Wände aufzustemmen. Für das Gespräch mit Ihrer Architektin, Ihrem Architekten oder dem Elektriker hilft es, den Möblierungsplan, Fotos der Räume und eine Liste der täglichen Tätigkeiten mitzubringen: Wo lesen Sie, wo arbeiten Sie, wo essen Sie? Konkrete Anforderungen an Installation und Sicherheit sollten Sie immer anhand der geltenden Vorschriften und mit einem qualifizierten Fachbetrieb klären.

Ein einfacher Einstieg

Wenn Sie keine große Renovierung planen, lässt sich mit kleinen Schritten viel erreichen: kalte Leuchtmittel durch wärmere ersetzen, ein bis zwei Lampen im Sitzbereich ergänzen und am Hauptlicht einen Dimmer einbauen. Bei größeren Vorhaben, ob eine Wohnung in Sarajevo oder ein Haus, das Sie aus dem Ausland planen, gehen wir gern gemeinsam mit Ihnen das Lichtkonzept durch, auf Wunsch auch per Videocall. Melden Sie sich einfach, wenn Sie für ein erstes Gespräch bereit sind.